DIE BuntspechtIN

Zerzaust und fix und fertig sah ich sie zum ersten Mal am Futterhäuschen. Hektisch hackte sie auf das Meisenbällchen ein, füllte ihren Kropf und flog eiligst davon. Kaum zehn Minuten später wiederholte sie diese Prozedur. Ab da täglich und etliche Male. Wenige Tage später erspähte ich drei Jungspechte, die schüchtern im nahen Fliederbusch saßen. Die Mama flog nun zwischen Futterstelle und ihren Kids emsig hin und her. Nie gönnte sie sich selbst einen Bissen, immer verfütterte sie alles an den Nachwuchs, der von Tag zu Tag immer frecher und fordernder wurde. Besonders einer von ihnen tat sich hervor und war auch der Erste, der selbst zum Futterstamm flog. Nach zwei Wochen konnten sich alle selbst versorgen. Erst jetzt kam Mama Specht endlich dazu, selbst zu fressen. Innerhalb weniger Tage nahm ihre hagere, ausgemergelte Figur zu und auch das stumpfe Gefieder behielt seinen Glanz zurück. Dann tauchte Papa Buntspecht auf, der sich jedoch nicht für die Meisenbällchen interessierte. Er liebte Sonnenblumenkerne, so wie die meisten gefiederten Besucher und die Eichhörnchen.

Während Mama Specht ihre drei Filous großgezogen hatte, hatten mehrere Vogelfamilien, Meisen unterschiedlichster Arten, Spatzen, Grünfinken, Dompfaffe, Kleiber und Eichelhäher ebenfalls ihre Zöglinge aufgepeppt. Ein buntes Treiben, was mir den unwirschen Sommer versüßt.

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