Lachen ist Notwehr

Liebe Leser*innen,
ich hätte nicht gedacht, dass sich im Zeitalter des Internet jemand die Mühe macht, ein Kabarettbuch herauszubringen. Als Beate Moeller mit mir 2009 darüber nachdachte, und mehrere Gespräche mit Verlagen führte, war der einhellige Tenor: „Kann man machen, aber nicht mit uns – das kauft ja keiner!“
So entschieden wir, das erste Portal für Kabarett „liveundlustig.de“ online zu stellen. Bis zur Pandemie lief dies auch sehr erfolgreich, dann der Absturz und jetzt ist es immer noch ein viel besuchtes Netz-Archiv, welches mit über 3000 Berichten in 27 Kategorien aus 10 Jahren Kabarett, Comedy und Schräges aus dem deutschsprachigen Raum berichtet.
Da ich durch diese aufregende und schöne Arbeit sehr viele Künstler persönlich gut kennenlernen durfte, viele fotografieren konnte (hier findet ihr einige Aufnahmen), fühle ich mich dem Projekt von Herrn Grammatikopoulos, auch wenn ich ihn nicht persönlich kenne, verbunden. In seinen Bänden kenne ich bis auf Peter Grohmann echt alle, und möchte ihn beglückwünschen, dass er diese tollen und sehr interessanten Menschen zwischen seine Buchdeckel bekommen hat.
Leider habe ich kein Rezensionsexemplar erhalten und kann daher nichts zur Qualität dieses Werkes sagen, welches im Selbstverlag des Autors erscheint, außer, dass ich die Arbeit, die ein solches Buchprojekt mit sich bringt, echt zu schätzen weiß. Allerdings empfinde ich den Preis von 95 Euro als sehr stolz angesetzt. Was natürlich seine Gründe hat, wenn man ein derart hochwertiges Produkt erstellt und eine regionale Druckerei beauftragt, und eben nicht auf die günstigen Nachbarstaaten oder einen der Onlineriesen zugreift. Hoffen wir, dass sich dieser Aufwand für Herbert Grammatikopoulos erfolgreich umsetzen lässt.



Entdeckt in der Kontext Wochenzeitung
Von Minh Schredle | Fotos: Herbert Grammatikopoulos | Datum: 22.01.2025
Zitat: „Nicht immer bricht sich im Gelächter unbeschwerte Heiterkeit Bahn, glockenhell und in Pastellfarben. Der Stuttgarter Herbert Grammatikopoulos hat 56 Köpfe des deutschsprachigen Kabaretts porträtiert. Hier entpuppt sich Humor als Mittel der Selbstverteidigung gegen den Wahnsinn der Welt.“
