Die Zeit rast der Zukunft entgegen
Für viele kein Segen
Die Entwicklung bläst ins Horn
Katapultiert uns nach vorn
Im Nacken sitzt die AI
Und Vergangenes taucht in Nostalgie.
Kurz um! Es war höchste Zeit mit neuster Technologie Frau Moellers Homepage, die ich damals im Jahre 2003 noch mit uralter Webseitenbausoftware entwickelt hatte – mehr gebastelt als programmiert – endlich ins Jahr 2024 zu befördern.
Sechs Jahre nach dem die Website online geschaltet worden war, 2009 kam dann Facebook. Zuckerbergs Plattform war auf dem Vormarsch und die alte Seite wurde mit dem blauen Fb-Logo aufgehübscht und das Design verschandelt. Die Welt kommunizierte, interagierte nun in anderer Form.

StudiVZ wurde als altbacken empfunden. In war, wer den Daumen-hoch-gefällt-mir-Button klickte. Viele Künstler nutzten diese Möglichkeiten, um mit ihrem Publikum im digitalen Austausch zu stehen, ihre Auftrittstermine zu posten und zu zeigen, welche Leckereien in der Umkleide bereitstehen. Der teure Spaß, sich eine Homepage zu leisten, behielten sich nur noch Agenturen und die, die sich für ‚gehobener‘ hielten, vor. Social-Media war das Zauberwort und Likes auf Instagram wurden zum erstrebenswerten Ziel. Ähnlich arbeitende Anbieter schossen wie Pilze über Nacht ins Netz.
Da ich jedoch irgendwann mal, es muss kurz nach dem Urknall gewesen sein, in den Genuss kam Programmiersprachen à la BASIC und dann PASCAL lernen zu müssen, was mir herunter lief wie Stacheldraht, so schlimm wie die schulischen Horrorstunden der Stenographie oder wie die kindlichen, verzweifelten Versuche auf einer massiven Schreibmaschine das Gelenke brechende 10 Fingersystem zu beherrschen, und doch schon über die individuelle Form der Darstellung im ‚World Wide Web‘ nachgedacht hatte, stürzte ich mich in ein weiteres Desaster. Klar, die Angebote für Seitenbastler hatten sich enorm verbessert und die Begriffe, die es zu beherrschen galt, vervielfältigt. Auch war klar, dass, wenn du im Markt bleiben willst, dich weiter bilden musst. Ich war der festen Meinung, dass ich mir nun TYPO3 aneignen sollte. Ein monatelanger Kampf entfachte sich an meinem Rechner. Eine Auseinandersetzung, die meiner Ausdauer erlag. „Der Klügere gibt nach“, klang es noch aus Kindertagen, und ich empfand es als intelligente Höchstleistung, dem nicht zu widersprechen.
Ich probierte sämtliche Systeme aus und die Auswahl wurde immer umfangreicher. Und ich fühlte mich immer dümmer. Es war ja nicht mein Bestreben als Webdesigner meinen analogen Käse an der Kasse bezahlen zu können, mein Ansporn bestand darin, dass ich unabhängig von Firmen, von elendigen, zeitraubenden Erklär-mir-deine-Idee-Cowboy Gesprächen, die dann meist in Warteschlangen verendeten und so kostengünstig wie nur möglich, meine eigene Firmenpräsenz darzustellen. Aus allem Wissen, welches sie in mir aufgestaut hatte, bastelte ich nun ähnlich wie früher unsere liveundlustig.de Seite. Die ab 2010 zum größten journalistischen Portal für Kabarett, Comedy, Lied und Schräges avisierte und bis heute drei Millionen Leser unterhielt. Frau Moeller, die die Chefredaktion bis 2019 oder besser bis zum Zusammenbruch des Portals durch die Pandemie leitete, hatte schon 2015, nach der Flüchtlingswelle aus Syrien, sich als Deutschlehrerin für Ausländer bei Deutschlands größter Volkshochschule, der VHS-Mitte, in Berlin eingebracht. Und dann passierte etwas Unheimliches, etwas Unerwartetes. Ich entdeckte WordPress. Sofort relaunchte ich unser Portal und seit dem war es mir ein Fest, wieder Homepages zu entwickeln.
Es ändert sich so viel in einigen wenigen Jahren, dass es allein aus diesem Grund Zeit wurde, für Beate Moeller eine neue Web-Präsenz zu erstellen.

